Während der Schwangerschaft muss man so viele Entscheidungen treffen. Müssen wir umziehen? Welchen Namen bekommt das Kind? Welche Schulen soll es mal besuchen? Welcher Erziehungsstil passt für mich? Und noch viele mehr.
Ich habe schon einige allein und mit meinem Partner getroffen und eine weitere für mich wichtige Entscheidung ist es, mein
Kind zu Hause zu bekommen. Ich mag Krankenhäuser nicht. Ich habe sie noch nie
gemocht und die zweimal, dass ich sie in meinem Leben länger aufsuchen musste,
gehören zu den schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Für mich schwingt beim
Thema Krankenhaus immer das Thema Tod mit. Ich habe immer Angst nicht wieder
raus zukommen und das nicht erst seit den multiresistenten Bakterien. Es ist
ein Gefühl. Manche Kinder fanden es lustig im Krankenhaus, wenn sie sich zum
Beispiel ein Bein gebrochen hatten und es ihnen sonst gut ging. Ihre Freunde
kamen und sie konnten den ganzen Tag fernsehen. So war es bei mir nicht. Und da
für mich ein Krankenhaus immer schon eine negative Stimmung rüberbringt – was Krankenbesuche
bei Familienangehörigen und Freunden auch nicht einfach gemacht haben – war meine
erste intuitive Entscheidung was mein Kind betrifft, dass ich es nicht in einem
Krankenhaus bekommen möchte. Schließlich bin ich nicht krank, sondern schwanger.
Ich meine, Millionen von Frauen haben Jahrhunderte und Jahrtausende Millionen
Kinder auf die Welt gebracht und tun es noch weiterhin. Nur in den westlichen
Ländern, den Industriestaaten, haben wir uns so in den 50 Jahren überlegt, das selbstverständlichste
Thema der Menschheit, Kinder bekommen in einen sterilen und auch finanziell
rentablen Raum zu verlegen, dem Krankenhaus. Ich möchte ja gar nicht
bestreiten, dass das damals mit der enorm höheren Säuglingssterblichkeit
einherging und dass sie durch die sauberen Räume und schnelle medizinische
Versorgung radikal zurückging, jedoch befinden wir uns weder im Krieg noch in
anderen hygienisch bedenklichen Umgebungen. Selbst unsere Wohnungen sind mittlerweile
so sauber und fast „klinisch rein“ wie die Werbung immer verspricht, dass wir
fast daheim operieren könnten.
Nach einigen Wochen meiner Schwangerschaft sprach ich auch
mal mit meiner Mutter über das Thema. Es ist im Übrigen sehr interessant wie
viel näher die Verbindung zwischen uns seitdem geworden ist. Sie erzählte mir
zum ersten Mal von einem unfassbaren Erlebnis. Ich dachte bis dato, dass sie
zwei Fehlgeburten hatte, ganz am Anfang der Schwangerschaften. Aber dem war
nicht so. Einer dieser Schwangerschaften ging bis zum 7.Monat und war eine
Frühgeburt, die aufgrund von fehlendem Equipment im Krankenhaus und falschen
Medikamenten für das Kind tödlich endete. Ich bin davon überzeugt, und diverse
Psychologen werden mir Recht geben, dass Traumata an die Kinder vererbt werden.
Für mich erklärt, diese Erfahrung meiner Mutter vollkommen, warum ich mein Kind
intuitiv nicht im Krankenhaus bekommen möchte. Ich bin ganz und gar kein
leichtsinniger Mensch. Ganz im Gegenteil. Seit dem ich sechs bin, ist eine
meiner größten Stärken Verantwortungsbewusstsein. Ich würde nie ein Risiko
eingehen, das mein Leben und das meines Babys gefährden würde. Und genau aus
diesem Grund bekomme ich es zu Hause. Meine Hebamme, die ich zum Glück sehr
zeitig gefunden habe, führt auch Hausgeburten durch und dass mit über 30 Jahren
Erfahrung. Ich denke auch, das ist ein Wink des Schicksals, dass ich sie so
schnell gefunden habe, und dass sie zugesagt hat. Denn das ist in Berlin
derzeit nicht so einfach. Wir haben beide besprochen, dass wir diese Hausgeburt
nur durchführen, wenn alles sicher ist. Sollte ich während der Schwangerschaft
zu hohen Blutdruck bekommen, verlegen wir es ins Krankenhaus. Sollte ich enorme
Wassereinlagerungen bekommen, bekommen wir es auch nicht daheim. Sollten sich
irgendwelche Blutwerte oder sonstige Werte verschlechtern oder auf irgendetwas
Riskantes hinweisen, werden wir es nicht durchführen. Wir machen das nur, wenn
bis kurz vor der Geburt alles super ist, ich mich gut fühle, kein ungutes
Gefühl auftaucht und auch sonst nichts dagegen spricht.
Mein Partner ist zum Glück vollkommen bei mir und steht hinter
meiner Entscheidung.
Ich bin, vielleicht leicht yogisch, esoterisch angehaucht, auch der Meinung, dass Bindung eines unsere Wichtigsten Themen ist, die uns Menschen umtreiben. Daher empfinde ich es als unfassbar entspannter mit jemanden mein Kind auf die Welt zu bringen, den ich kenne und vertraue. Die Hebamme nimmt auch alle Vorsorgeuntersuchungen vor, abgesehen vom Ultraschall und lernt mich so über die gesamten neun Monate kennen. Weiß über meine Ängste Bescheid und kennt den physischen und psychischen Verlauf der Schwangerschaft. Ich dachte nämlich ganz blauäugig, dass ich sonst mit meiner Frauenärztin ins Krankenhaus gehe und sie die Geburt mit mir durchsteht. Pustekuchen. Du kommst im Krankenhaus an, hoffentlich spontan mit klassischen Wehen und dann stehen irgendein fremder Arzt und fremde Krankenschwestern vor dir. Acht Stunden später wechselt das Personal und im schlimmsten Falle „übernehmen“ dich wiederrum andere fremde Menschen, die sich mit dir den intimsten Moment deines Lebens teilen, den sie für ihren Teil zehnmal am Tag vollführen. Klar sind sie routiniert, aber oft auch übermüdet, gestresst, vielleicht auch unkonzentriert aber vor allem mechanisch. Ich möchte das für mich nicht. Ich möchte eine vertraute, entspannte Umgebung. Ich möchte meine Hebamme, meinen Partner und am liebsten meine Mutter dabei haben, da sie mich immer wunderbar beruhigen kann. Um ehrlich zu sein, glaube ich an das Prinzip der Familie und Gemeinschaft. Nicht im kirchlichen Sinne, sondern im sozialen. Ich hätte gern die werdenden Großeltern dabei, meine Freundinnen, meine Schwester. Sie sollte alle in unserer großen Küche, sitzen und essen und das neue Familienmitglied in dem Moment willkommen heißen, sobald es auf die Erde kommt. Es wird ja nicht nur in unsere kleine Familie geboren, sondern in eine größere, mit Großeltern und Freunden und Geschwistern. Einige finden die Idee schön, andere widert es an, wie ich es in ihren Gesichtern gesehen habe. Sie wollen das Schreien und den unschönen, anstrengenden Teil der Geburt nicht miterleben. Sie wollen das Baby dann gewaschen, sauber und hübsch hergerichtet begutachten. Ich kann es verstehen und akzeptiere ihre Entscheidung. Ich freue mich sehr auf den Moment wenn es dann endlich in meinen Armen liegt, trotz ich einen immensen Respekt vor der Geburt an sich habe und hoffe, dass keine Komplikationen entstehen, so dass wir doch in ein Krankenhaus müssen.
Ich bin, vielleicht leicht yogisch, esoterisch angehaucht, auch der Meinung, dass Bindung eines unsere Wichtigsten Themen ist, die uns Menschen umtreiben. Daher empfinde ich es als unfassbar entspannter mit jemanden mein Kind auf die Welt zu bringen, den ich kenne und vertraue. Die Hebamme nimmt auch alle Vorsorgeuntersuchungen vor, abgesehen vom Ultraschall und lernt mich so über die gesamten neun Monate kennen. Weiß über meine Ängste Bescheid und kennt den physischen und psychischen Verlauf der Schwangerschaft. Ich dachte nämlich ganz blauäugig, dass ich sonst mit meiner Frauenärztin ins Krankenhaus gehe und sie die Geburt mit mir durchsteht. Pustekuchen. Du kommst im Krankenhaus an, hoffentlich spontan mit klassischen Wehen und dann stehen irgendein fremder Arzt und fremde Krankenschwestern vor dir. Acht Stunden später wechselt das Personal und im schlimmsten Falle „übernehmen“ dich wiederrum andere fremde Menschen, die sich mit dir den intimsten Moment deines Lebens teilen, den sie für ihren Teil zehnmal am Tag vollführen. Klar sind sie routiniert, aber oft auch übermüdet, gestresst, vielleicht auch unkonzentriert aber vor allem mechanisch. Ich möchte das für mich nicht. Ich möchte eine vertraute, entspannte Umgebung. Ich möchte meine Hebamme, meinen Partner und am liebsten meine Mutter dabei haben, da sie mich immer wunderbar beruhigen kann. Um ehrlich zu sein, glaube ich an das Prinzip der Familie und Gemeinschaft. Nicht im kirchlichen Sinne, sondern im sozialen. Ich hätte gern die werdenden Großeltern dabei, meine Freundinnen, meine Schwester. Sie sollte alle in unserer großen Küche, sitzen und essen und das neue Familienmitglied in dem Moment willkommen heißen, sobald es auf die Erde kommt. Es wird ja nicht nur in unsere kleine Familie geboren, sondern in eine größere, mit Großeltern und Freunden und Geschwistern. Einige finden die Idee schön, andere widert es an, wie ich es in ihren Gesichtern gesehen habe. Sie wollen das Schreien und den unschönen, anstrengenden Teil der Geburt nicht miterleben. Sie wollen das Baby dann gewaschen, sauber und hübsch hergerichtet begutachten. Ich kann es verstehen und akzeptiere ihre Entscheidung. Ich freue mich sehr auf den Moment wenn es dann endlich in meinen Armen liegt, trotz ich einen immensen Respekt vor der Geburt an sich habe und hoffe, dass keine Komplikationen entstehen, so dass wir doch in ein Krankenhaus müssen.
Falls jemanden noch die Statistiken zum Thema Hausgeburt
interessieren, sind diese sehr überraschend. Für mich war die einzige Angst,
dass das Kind oder ich sterben könnten. Diese Angst habe ich nach der
Durchsicht diverser Statistiken jedoch verloren. Denn die prozentuale Anzahl an
Totgeburten liegt bei Hausgeburten bei 0,5%. In Kliniken finden dreimal mehr statt,
1,5%. Und wenn man dann nochmal umrechnet, dass nur ca. 10.000 Kinder in Deutschland
zuhause geboren werden, ist die absolute Zahl von 50 Totgeburten im Vergleich
zu 10.500 in den Kliniken auch deutlich geringer.
Ich möchte kein Plädoyer abgeben und Überzeugungsarbeit
leisten, denn jede Frau muss für sich selbst entscheiden unter welchen
Umständen sie ihr Kind bekommen möchte. Sie muss sich wohlfühlen. Derzeit
stehe ich 100%ig hinter meiner Entscheidung meiner Intuition zu vertrauen, denn
sie hat mich noch nie im Stich gelassen.