Mittwoch, 25. Mai 2016

Woher kommt diese ängstliche, abergläubische Destruktivität, liebe Leute?



Ich finde es unfassbar, wie negativ die Menschen sind. Ich bin schwanger in der 9. Woche. Ja es ist früh, aber jetzt gerade ist es so. Die Hälfte der Menschen, denen ich es bisher erzählt habe, dazu gehört meine Familie und enge Freunde freuen sich sehr für uns. Umso mehr der Beziehungsradius sich weitet, desto vorsichtiger, teilweise bösartig sind die Reaktionen.
„Wie kannst du das jetzt so sagen, warte erst mal die 12. Woche ab, danach gratuliere ich dir.“ – „Es ist schon so vielen passiert, dass sie es bis zur 12.Woche verloren haben. Sei vorsichtig mit dem was du sagst.“
Ernsthaft? Seid ihr alle abergläubisch, ängstlich oder einfach nur unsensibel? Sobald ich es ausspreche: „Ich bin schwanger“, erfüllt sich eine böse Prophezeiung? Und selbst wenn, dann ist das so. Kinder wurden auch schon nach der 12. Woche verloren, tot geboren usw. Aber muss ich das alles hören? Oder sollte man um Umkehrschluss niemanden von dem Kind in mir erzählen, bis es es erfolgreich auf die Welt geschafft hat? Und selbst dann ist nichts sicher… Oh man, ich fasse es einfach nicht. Es kann immer etwas Schlimmes passieren. Jedem, jeden Tag. Aber deshalb verstecken wir uns auch nicht alle in unsere Wohnung und gehen nicht vor die Tür.
Und wenn man dann den „besorgten“ Menschen das Argument entgegenbringt, dass ja auch später – nach der 12. Woche – etwas passieren könnte, wird man direkt von dem einen tragischen Vorfall im näheren oder fernen Freundeskreis, je nachdem wie es gerade passt,  in Kenntnis gesetzt, wo die Mutter ihr Kind kurz nach der Geburt, nach einem halben Jahr oder zwei Jahren verloren hat. Oh mein Gott. Also sollte ich niemanden, gute Nachrichten erzählen, weil etwas Schlimmes passieren könnte, und mein schönes Glück wäre dann jäh zerbrochen? Krankheit, Tod oder noch tragischeres könnte uns heimsuchen! Dann brauchen wir eigentlich auch keine Geburtstage mehr feiern, neue Jobs, weil wir sie ja irgendwann verlieren könnten! Ich hasse diese Einstellung. Sie ist unsensibel und nur von Angst geprägt. Niemand würde auf die Idee kommen einem ehemaligen Krebspatienten, der nach allen möglichen Therapien von seinem Arzt als „geheilt“ bezeichnet wird, ins Gesicht zu sagen: „Freu dich lieber nicht zu früh, es kann ja immer wieder zurück kommen.“ So pietätlos ist wohl fast niemand. Aber warum erzählt man dann frühen Schwangeren, dass sie ihr Kind womöglich verlieren können? Welche perfiden Gedankengänge stecken dahinter. Groll, Hass, Neid, oder einfach ein mieser Charakter? 
Ich kenne die Statistiken und auch die Fehlgeburtsraten. Ja die Wahrscheinlichkeit ist in den ersten drei Monaten am höchsten eine Fehlgeburt zu erleiden, aber muss man das jeder einzelnen Frau auf die Nase binden, so dass sie sich wie das sprichwörtliche rohe Ei verhält? Natürlich ist Vorsicht und Achtsamkeit angebracht, vor allem jetzt, wie eigentlich immer, aber Destruktivität braucht kein Mensch!

Bitte liebe Freunde, lasst uns den Moment feiern und diese unnützen Sorgen mal vergessen. Sie zerstören jeden tollen Augenblick, machen nur krank und depressiv. Ich lebe jetzt und ich bin jetzt schwanger. Und deshalb erzähle ich es jedem, dem ich es sagen möchte. 

Vielleicht ist es auch eine gute Methode, die Leute in meiner Umgebung abzuchecken. Solche negativen, missmutigen Menschen, die so ängstlich und destruktiv durchs Leben gehen, möchte ich nicht in der Umgebung meines Kindes wissen. Ich will Hoffnung, Freude, Liebe und Zuversicht. Aber vor allem Mut zum Leben Ja zu sagen!

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